Was ist eine Bordkasse?
Die Bordkasse ist das gemeinsame Geld der Crew für alle Kosten, die während des Törns anfallen. Der Charterpreis gehört meist nicht dazu. Ihn teilt die Crew in der Regel schon vor der Reise auf, weil er vorab bezahlt wird.
Was gehört in die Bordkasse, und was nicht?
Typisch in der Bordkasse:
- Lebensmittel und Getränke für an Bord
- Hafen- und Bojengebühren, Ankergebühren in Schutzgebieten
- Diesel und Wasser
- Gemeinsame Essen an Land
- Kosten, die vor Ort bezahlt werden, je nach Revier und Vertrag zum Beispiel Kurtaxe
Meist nicht in der Bordkasse:
- Der Charterpreis und die Anreise
- Persönliche Ausgaben wie Souvenirs oder der Drink an der Strandbar
- Die Kaution. Sie hinterlegt meist eine Person für alle. Was bei einem Schaden passiert, klärt die Crew besser vor der Abreise.
Zahlt der Skipper mit?
Fährt ein Skipper mit, übernimmt die Crew häufig seine Verpflegung an Bord. Er zahlt dann nicht in die Bordkasse ein, isst aber mit. Sprecht das vorher ab, damit am Ende niemand überrascht ist.
Bargeld-Kasse oder jeder zahlt selbst?
Es gibt zwei übliche Wege:
- Klassische Kasse: Alle zahlen zu Beginn denselben Betrag ein, und davon wird bezahlt. Das ist übersichtlich. Aber eine Person muss das Geld verwalten, und wenn es knapp wird, muss nachgelegt werden.
- Jeder zahlt, alles wird eingetragen: Wer gerade an der Kasse steht, zahlt, meist mit Karte. Jede Ausgabe kommt sofort in eine gemeinsame Liste. Am Ende wird verrechnet.
Viele Crews mischen beides: eine Kasse für Hafengebühren, Markt und Großeinkauf, alles andere zahlt, wer gerade dran ist.
Wie teilt man fair, wenn nicht alle alles mitmachen?
Auf einem Boot isst nicht jeder jeden Abend mit, und nicht jeder trinkt Wein. Bewährt hat sich:
- Grundkosten gleich auf alle: Liegeplätze, Diesel, Wasser und der Basiseinkauf.
- Nur die, die dabei waren: Restaurantabende, Ausflüge oder ein Mietroller an Land.
- Feste Beträge, wenn es klar ist: Zwei teilen sich ein Taxi, also zahlen nur die zwei.
Wichtig ist nicht die perfekte Formel, sondern dass die Regel vor dem Ablegen feststeht.
Was, wenn jemand früher von Bord geht?
Das kommt öfter vor, als man denkt: Jemand muss nach vier Tagen zurück zur Arbeit, ein anderer steigt im nächsten Hafen aus. Fair ist dann zweierlei: Wer geht, bekommt seinen Anteil am Rest der Kasse zurück. Und ab dem Tag der Abreise zahlt er bei den gemeinsamen Ausgaben nicht mehr mit. Auf Papier ist das mühsam, weil man jede spätere Ausgabe neu verteilen muss.
Was tun ohne Netz auf See?
In der Bucht gibt es oft kein Internet. Gerade dann gehen Ausgaben verloren, weil man sie „später“ eintragen will. Tragt sie sofort ein, auch offline. Wer in fremder Währung zahlt, etwa in der Türkei, erfasst den Betrag in der Originalwährung. Mehr dazu im Ratgeber „Ausgaben in Fremdwährung abrechnen“.
Wie rechnet man am Ende ab?
Am letzten Abend im Hafen ist der beste Zeitpunkt: Alle sind noch da, die Erinnerung ist frisch. Statt dass jeder jedem etwas überweist, verrechnet man alle Ausgaben gegeneinander. Übrig bleiben wenige Zahlungen. Was in der Kasse übrig ist, bekommen alle anteilig zurück.
Tipps aus der Praxis
- Vor dem Ablegen klären: Was teilen wir, wie teilen wir, zahlt der Skipper mit, wer hinterlegt die Kaution?
- Beim ersten Großeinkauf sofort eintragen. Er ist meist der größte Posten der Woche.
- Diesel tankt man meist erst vor der Rückgabe. Tragt die Rechnung dann als eine Ausgabe ein.
- Alle dürfen eintragen, nicht nur eine Person. Das entlastet und schafft Vertrauen.
So geht es mit HelloKiwi
HelloKiwi hat dafür die Reisekasse. Ihr könnt sie umbenennen, zum Beispiel in „Bordkasse“.
- Reise anlegen und die Crew einladen. Als Reisethema passt „Segelurlaub“, dann plant ihr auch die Packliste gemeinsam.
- Reisekasse einrichten: unter „Ausgaben“ → „Reisekasse einrichten“.
- Einzahlen: alle denselben Betrag oder jeder einzeln, auch in Fremdwährung. Unter „In der Kasse“ seht ihr jederzeit den Kassenstand.

- Aus der Kasse bezahlen: Bei einer Ausgabe wählt ihr die Kasse als Zahler. Was die Kasse nicht abdeckt, zahlt eine Person. Alles andere tragt ihr wie gewohnt als Ausgabe ein, gleich verteilt, nach Prozent oder mit festen Beträgen.
- Skipper freihalten: Beim Teilnehmer „Wird freigehalten“ wählen, für die ganze Reise. Er zahlt bei gleich aufgeteilten Ausgaben nicht mit, die anderen übernehmen seinen Anteil.

- Früher von Bord: Unter „Wem gehört der Rest?“ bekommt die Person ihren Anteil ausgezahlt. Mit „Freigehalten ab“ und dem Abreisetag zahlt sie bei späteren Ausgaben nicht mehr mit.
- Am Ende: Der Rest der Kasse fließt automatisch in „Wer zahlt wem?“. Dort seht ihr, wer wem noch etwas überweist.

In der App für iOS und Android funktioniert das auch ohne Netz, abgeglichen wird beim nächsten Netzkontakt. Nur der Wechselkurs braucht Internet, offline gebt ihr ihn von Hand ein. HelloKiwi ist kostenlos.